Johannisbeeren einmal anders – sechs kreative Rezepte

„Sommer, Palmen, Sonnenschein – was kann schöner sein?“ sangen einst „Die Ärzte“. Ob sie dabei an Johannisbeeren dachten, wissen wir nicht. Möglich wäre es aber. Für uns jedenfalls sind Johannisbeeren jeden Sommer ein echtes Highlight. Sie schmecken nicht nur super, wenn man sie pur verzehrt und geben einen hervorragenden Saft. Johannisbeeren lassen sich auch kreativer nutzen. Die besten Rezepte mit Johannisbeeren stellen wir Dir hier in diesem Blogbeitrag vor. Warum gerade wir? Nun, bei Klimawiese kannst Du eine Patenschaft einen Johannisbeer-Strauch übernehmen. Und als Pate hast Du selbstredend auch das Recht, die Johannisbeeren bei uns im Liebenwalder Naturgarten zu pflücken. Es kann also nicht schaden, wenn Du Dich schon einmal schlau machst, welche tollen Gerichte und Drinks Du mit Johannisbeeren zaubern kannst.

1) Johannisbeer-Curd als Brotaufstrich

Marmelade und Nutella waren gestern. Heute sind Curds angesagt. Curds kommen ursprünglich aus England und den USA. Sie bestehen aus einer Frucht, die mit Eiern, Butter und Zucker zu einer puddingartigen Masse gerührt wird. Johannisbeeren Curd eignet sich so nicht nur auf dem Brot, sondern auch zum Verfeinern von Cremes und Torten. So stellst Du den Johannisbeeren Curd her:

Zutaten

500 g rote Johannisbeeren
130 g Zucker
50 g brauner Zucker
1 Mark einer Vanilleschote
4 Eigelb
1 Ei
1605 g Butter

So stellst Du Johannisbeer Curd her

Entferne die Beeren von den Rispen und wasche sie. Erhitze die Beeren in einem Topf bei mittlerer Hitze und zerstoße sie hierbei mit einem großen Löffel, sodass der Saft austritt. Sobald die Beeren aufgekocht sind, solltest Du sie durch ein Sieb streichen und den Saft auffangen. Für den Curd benötigst Du 200 ml frischen Johannisbeeren Saft. Erhitze den Saft langsam, bis er köchelt.

Währenddessen kannst Du das Mark der Vanilleschote mit dem Zucker vermischen und die Eigelbe sowie das Ei schaumig schlagen. Streue anschließend den mit dem Vanillemark vermischten Zucker unter den Eischaum.

Wenn der Zucker komplett im Eischaum aufgelöst ist, kannst Du den köchelnden Saft langsam hinzugeben. So entsteht eine Masse, deren Konsistenz wie Pudding ist. Gebe diese Masse nun wieder in den Topf und erhitze sie langsam. Die Masse darf aber nicht köcheln.

Sobald die Masse ausreichend heiß ist, kannst Du mit einem Schneebesen die Butter in kleinen Stücken unterrühren. Sobald die Butter sich aufgelöst hat und die Masse kurz vorm Köcheln steht, ist der Curd fertig. Fülle ihn nun in heiß ausgespülte Einmachgläser ab und verschraube die Gläser.

Im Kühlschrank aufbewahrt, hält sich der Johannisbeeren Curd einige Wochen. Wenn Du das Glas einmal geöffnet hast, solltest Du den Curd aber innerhalb weniger Tagen aufbrauchen.

2) Sekt-Schorle mit Johannisbeeren

Hand aufs Herz: Wer von uns trinkt nicht schon einmal ganz gern das ein oder andere Gläschen Sekt? Man muss die Feste schließlich auch in diesen Tagen feiern wie sie fallen. Besonders stilvoll geht das mit einer Sekt-Schorle mit Johannisbeeren. Die Sekt-Schorle ist nicht nur schnell zubereitet, sondern schmeckt vor allem im Sommer auch ganz ausgezeichnet. Wie Du sie zubereitest, erfährst Du hier.

Zutaten

Für den Sirup

1 kg rote Johannisbeeren
450 g Zucker
6-8 Stängel frischer Rosmarin (abhängig davon, wie aromatisch Du Dir den Sirup wünschst)

(Ergibt etwa einen Liter Sirup.)

Für die Schorle

1/3 des Johannisbeer-Rosmarin-Sirup
2/3 Eiskalter Crémant-Sekt oder Rosé-Sekt
1 Handvoll Eiswürfel
1/3 Sodawasser oder Tonic Water
Frischer Rosmarin
Einige Johannisbeer-Rispen

So stellst Du die Sekt-Schorle mit Johannisbeeren her

Wasche die Johannisbeeren und trenne die Beeren von den Rispen. Gib die Beeren anschließend in einen Topf und erhitze sie bei mittlerer Hitze. Zerstoße die Johannisbeeren hierbei mit einem Löffel, sodass der Saft austritt. Kippe den Inhalt des Topfs durch ein Sieb, um den Saft von den Fruchtrückständen zu trennen.

Wasche den Rosmarin in der Zwischenzeit und schüttle ihn trocken. Lasse 500 ml Wasser, Zucker und die Rosmarinzweige in einem Topf aufkochen. Lasse die Masse etwa zehn Minuten unter regelmäßigem Rühren leicht aufköcheln, sodass ein Sirup entsteht.

Gib den Johannisbeer-Saft zum Sirup hinzu und lass die Mixtur etwa zehn Minuten ziehen. Püriere die Mixtur anschließend mit einem Stabmixer und lasse den Sirup vollständig abkühlen, bevor Du ihn durch ein feines Sieb gießt.

Du kannst den Sirup nun nach Belieben mit dem Sekt zu einer Sekt-Schorle mit Johannisbeeren mischen.

3) Johannisbeer-Chili-Konfitüre mit Minze

Haben wir oben gesagt, „Marmelade war gestern“? Nun, vielleicht war das ein wenig voreilig. Marmelade ist schließlich nicht gleich Marmelade. Neben den Klassikern wie Erdbeer- oder Kirsch-Marmelade gibt es schließlich auch echte Exoten, die uns den Gaumen kitzeln. Wie wäre es zum Beispiel mit Johannisbeer-Chili-Konfitüre mit Minze? Klingt gut? Schmeckt es auch. Fein säuerlich und erst im Nachgang leicht scharf nämlich. Wie Du die Konfitüre selber herstellen kannst, verraten wir Dir im Folgenden.

Zutaten

1 kg vorbereitete rote Johannisbeeren
3 Chilischoten
2 Bio-Limetten
500 g Gelierzucker
3 Stiele frische Minze

(Ergibt drei große Gläser.)

So stellst Du Johannisbeer-Chili-Konfitüre mit Minze her

Wasche die Johannisbeeren, lassen sie abtropfen und trenne sie mithilfe einer Gabel von den Rispen. Wiege 1 kg Johannisbeeren ab.

Wasche die Bio-Limetten heiß ab, trockne sie ab und reibe ihre Schale fein ab, bevor Du die Limetten auspresst. Wasche und entkerne anschließend die Chilischoten und hacke sie fein. Spüle die Minze ab, schüttle sie trocken und schneide sie fein klein.

Gib die Johannisbeeren in einen großen Topf und zerdrücke sie mit einem Löffel. Gib die fein geriebene Chilischote, die Limettenschale sowie den Limettensaft und den Gelierzucker hinzu und lasse alles unter Rühren aufkochen. Die Masse muss mindestens drei Minuten sprudelnd kochen. Eventuell entstehenden Schaum solltest Du mit einem Löffel oder einer Schöpfkelle abschöpfen.

Sobald die Konfitüre geliert, kannst Du sie vom Herd nehmen und die Minze unterrühren. Gib die Konfitüre anschließend in heiß ausgespülte Gläser und verschließe diese sofort mit dem Schraubdeckel. Stelle die Gläser fünf Minuten auf den Kopf, drehe sie anschließend um und lasse sie auskühlen.

4) Hähnchenkeulen mit Ziegenfrischkäse-Crostini und Johannisbeerchutney

Hähnchenkeulen sind ja schon für sich ein echter Leckerbissen, mit Obst serviert werden sie aber noch schmackhafter. Wir haben bei unseren Streifzügen durchs Netz beim Foodblog „Schöner Tag noch!“ ein Rezept für Hähnchenkeulen mit Ziegenfrischkäse-Crostini und Johannisbeerchutney entdeckt und finden es so toll, dass wir es gerne mit Dir teilen möchten. Et voilá.

Zutaten

2 Hähnchenkeulen
250 g rote Johannisbeeren
50 ml weißer Balsamico-Essig
50 g Ziegenfrischkäse
25 g brauner Zucker
2 EL Chilisauce (Tomatenmark mit Oregano, Salz, und gemahlenen Chilis würzen)
1 Gewürznelke
1 kleines Baguette
1/2 EL Senfkörner
1 Schalotte
1/4 Vanilleschote
Salz, Pfeffer

(Ergibt eine Portion für zwei Personen.)

So bereitest Du die Hähnchenkeulen mit Ziegenfrischkäse-Crostini und Johannisbeerchutney zu

Heize den Backofen auf 180 Grad vor.

Wasche und tupfe die Hähnchenkeulen trocken, würze sie anschließend mit Salz und Pfeffer. Lege die Hähnchenkeulen in einer ofenfesten Form mit der Hautseite nach oben. Brate die Hähnchenkeulen im heißen Backofen auf der mittleren Schiene für etwa siebzig Minuten.

Wasche die Johannisbeeren, lasse sie abtropfen und streife die Johannisbeeren mithilfe einer Gabel von den Rispen ab.

Schäle die Schalotte und schneide sie in feine Würfel. Lasse die Schalotte und die Johannisbeeren gemeinsam mit braunem Zucker und Essig aufkochen.

Schlitze die Vanilleschote längs auf und kratze das Mark heraus. Gib das Vanillemark, die Vanilleschote, die Gewürznelke und die Senfkörner zu den Johannisbeeren hinzu. Lasse alles bei kleiner bis mittlerer Hitze etwa dreißig Minuten einkochen. Das Chutney ist fertig, wenn es eine dickliche Konsistenz hat.

Vermische Tomatenmark, gemahlene Chilis, Salz und etwas Oregano zu einer Chilisauce. Bestreiche die Hähnchenkeulen fünf Minuten vor dem Ende der Garzeit mit der Chilisauce.

Schneide das Baguette in Scheiben und schiebe es kurz zum Mitrösten in den Ofen.

Schmecke das Chutney mit Salz und Pfeffer ab und bestreiche die gerösteten Baguettescheiben mit Ziegenfrischkäse. Gib etwa zwei Teelöffel auf jede Baguettescheibe.

Richte die Hähnchenkeulen und die Baguettescheiben auf einem Teller an und serviere sie.

5) Johannisbeeren-Gazpacho

Gazpacho kennst Du, wenn Du häufiger in Andalusien oder an der Algarve Urlaub machst oder gerne in spanischen Restaurants isst. Die kalt gegessene Suppe aus ungekochtem Gemüse ist so etwas wie das heimliche Nationalgericht in Südspanien und Portugal. Traditionell besteht Gazpacho aus Gurken, Brot, Knoblauch, Olivenöl, Essig, Salz und Wasser. Seit Christoph Kolumbus Tomaten und Paprika im 18. Jahrhundert nach Europa brachte, werden auch sie häufig für Gazpacho verwendet. Juliane, die Bloggerin von „Schöner Tag noch!“, hat uns mit einem Gazpacho-Rezept überzeugt, bei dem Johannisbeeren eine große Rolle spielen. Wir möchten es gerne mit Dir teilen.

Zutaten

150g rote Johannisbeeren
2 Tomaten
1 Frühlingszwiebel
1 Handvoll frischer Basilikum-Blätter
1/2 Gurke
5-6 EL Olivenöl
2-3 Scheiben Weißbrot vom Vortag
2 TL Zucker
2 EL Weißweinessig
Salz
Frisches Baguette oder Ciabatta

(Ergibt eine Portion für zwei Personen.)

So bereitest Du das Johannisbeeren-Gazpacho zu

Ritze die Tomaten kreuzförmig ein, überbrühe sie mit kochendem Wasser und ziehe dann die Haut ab. Halbiere die Tomaten, entferne den Strunk und schneide die Tomaten in feine Würfel.

Wasche die Johannisbeeren, lasse sie abtropfen und entferne sie mithilfe einer Gabel von den Rispen.

Schäle die Gurke und schneide sie in feine Würfel.

Wasche das Basilikum, schüttle es trocken und hacke es in kleine Stückchen.

Putze die Frühlingszwiebel und entferne welke Teile sowie Wurzelbüschel. Schneide sie anschließend in dünne Ringe.

Schneide das Baguette oder Ciabatta in kleine Würfel.

Gib die Johannisbeeren, die Tomaten, Gurken, Basilikum, die Frühlingswiebel sowie Brot in eine Schüssel und mische sie dort mit Weißweinessig. Würze die Masse mit Zucker und Salz, vermenge alles gut und lasse die Masse eine halbe Stunde lang ziehen. Gib anschließend das Olivenöl hinzu und püriere alles fein mit einem Stabmixer. Stelle das Gazpacho mindestens zwei Stunden, besser über Nacht, im Kühlschrank kalt.

Fülle das Gazpacho zum Servieren in Gläser und verziere die Suppe mit Basilikum-Blättern oder Frühlingszwiebelringen. Für den besonderen Geschmacks-Kick kannst Du Baguette oder Ciabatta mit etwas Olivenöl beträufeln und für zwei, drei Minuten im Backofen rösten.

Fruchtiges Cassis-Sorbet

Eis gehört genauso zum Sommer wie Johannisbeeren. Warum also sollte man beides nicht miteinander kombinieren? Cassis-Sorbet ist eine fruchtig-leckere und vor allem auch leichte Alternative zum klassischen Milchspeise- oder Soft-Eis. Wie Du selber Cassis-Sorbet herstellen und genießen kannst, erklären wir Dir im Folgenden. Um das Rezept „nachkochen“ zu können, benötigst Du allerdings eine Eismaschine. Diese findest Du im Fachhandel, aber natürlich auch online.

Zutaten

325 g schwarze Johannisbeeren
1/2 Zitrone
35 g Zucker
1 cl Crème de Cassis
1/2 Eiweiß

So bereitest Du das Cassis-Sorbet vor

Die Vorbereitung des Cassis-Sorbet ist denkbar einfach. Befolge einfach die folgenden paar Schritte: Wasche und trockne die schwarzen Johannisbeeren, streife sie anschließend mithilfe einer Gabel von den Rispen ab. Püriere die Johannisbeeren anschließend und lasse sie durch ein Sieb passieren.

Presse eine Zitrone aus und verrühre ihren Saft mit dem Püree und den restlichen Zutaten.

Gib die Sorbet-Masse in die Eismaschine und lasse sie 45 bis sechzig Minuten gefrieren.

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