Artenvielfalt einer Streuobstwiese: Diese Tiere leben im Liebenwalder Naturgarten

Als wir uns Mitte, Ende letzten Jahres konkreter Gedanken gemacht haben, wie wir uns für die Umwelt engagieren können, waren für uns schnell zwei Dinge klar: Wir wollen uns für den Klimaschutz engagieren und wir möchten uns für den Erhalt der Artenvielfalt einsetzen. Eine möglichst artenreiche, vielfältige Tier- und Pflanzenwelt gehört für uns nämlich genauso zu einer intakten Umwelt wie ein Klima, in dem Tiere, Pflanzen und wir Menschen leben können.

Für uns war und ist die Streuobstwiese deshalb die ideale Landschaftsform. Die Bäume und Pflanzen einer Streuobstwiese speichern nicht nur Kohlenstoffdioxid und reichern die Luft um lebenswichtigen Sauerstoff an. Bei der Streuobstwiese handelt es sich auch um ein extrem artenreiches Biotop: Schätzungen zufolge, bietet eine Streuobstwiese 3.000 bis 5.000 verschiedenen Tier- und Pflanzenarten Lebensraum und Nahrung. Streuobstwiesen wie der Liebenwalder Naturgarten sind also ein Garant für Artenvielfalt. In diesem Blogartikel zeigen wir Dir einige der Tiere, die auf einer Streuobstwiese leben.

Insekten sind ein Garant für Artenvielfalt auf der Streuobstwiese

Auf einer Streuobstwiese findest Du neben Bakterien und Mikroben sechs verschiedene Tierklassen. Zu ihnen zählen Amphibien und Reptilien, Insekten, Säugetiere, Spinnen und Vögel.

Insekten sind mit Abstand am zahlreichsten vertreten. Die vielleicht wichtigsten Insekten auf einer Streuobstwiese sind die Honigbienen und die Wildbienen. Bienen produzieren nämlich nicht nur Honig, sondern – und das ist viel wichtiger – bestäuben auch Pflanzen. So sorgen sie dafür, dass andere Insekten und generell Tiere ausreichend Lebensraum und Nahrung vorfinden. Wir haben deshalb darauf geachtet, auf unseren Streuobstwiesen ideale Lebensbedingungen für Bienen zu schaffen. Du hast die Möglichkeit, uns hierbei durch die Übernahme einer Patenschaft für ein Insektenhotel zu unterstützen.

Wie groß die Artenvielfalt einer Streuobstwiese ist, erkennst Du daran, dass hier nicht bloß Bienen leben. Das Baumpflegeportal etwa spricht von „mehr als 1.000 Arten von Gliederfüßlern“, die auf einer Streuobstwiese leben. Zu ihnen zählen unter anderem Asseln, Tausendfüßer und Kieferklauenträger.

Wenn Du den Liebenwalder Naturgarten oder eine andere Streuobstwiese besuchst, wirst Du Gliederfüßler allerdings kaum wahrnehmen können. Das liegt nicht nur daran, dass diese Insekten recht klein sind und sich im hohen Gras verstecken. Ihre adulte Phase dauert auch oft nur wenige Tage oder Wochen. Die meiste Zeit über leben Asseln, Tausendfüßer & Co. als Ei oder Larven. Ihre Bedeutung für eine Streuobstwiese ist dennoch groß. Gliederfüßler zersetzen nämlich Stoffe oder bereiten sie für den Abbau durch Mikroorganismen im Boden vor. Sie dienen zudem auch vielen Amphibien, Vögeln und Säugetieren als Nahrung.

Die Ackerhummel, Echte Wespen, verschiedene Kurzfühlerschnecken und Schmetterlinge wie der Admiral, der Große Fuchs, das Schachbrett oder der Schwalbenschwanz sind weitere Insekten, die Du auf einer Streuobstwiese finden kannst.

Diese Amphibien und Reptilien leben auf einer Streuobstwiese

Neben Insekten kannst Du auf dem Boden, also in der so genannten „Krautschicht“ einer Streuobstwiese, auch zahlreiche Insekten antreffen. Hier fühlen sich beispielsweise die Waldeidechse und die Blindschleiche wohl. Von den Reptilien kannst Du – speziell im Liebenwalder Naturgarten, denn der liegt direkt am Wasser – zahlreiche Frösche und Kröten beobachten. Die Erdkröte gehört so genauso zu den typischen Bewohnern einer Streuobstwiese wie der Grasfrosch. Gelegentlich kannst Du hier zudem den Laubfrosch und Moorfrosch sehen. Vor allem nachts und in der Nähe von Gewässer entdecken zudem nachtaktive Molcharten die Streuobstwiese für sich. Sie alle profitieren vom besonderen Insektenreichtum der Krautschicht einer Streuobstwiese. Und selbst dienen Amphibien und Reptilien nicht selten größeren Säugetieren und Vögeln als Nahrung.

Auch Spinnen zählen zu den Bewohnern einer Streuobstwiese

Natürlich fühlen sich auf einer Streuobstwiese auch zahlreiche Spinnenarten wohl. Typische Bewohner einer Streuobstwiese sind so beispielsweise die Gartenkreuzspinne und die Kürbisspinne. In der Krautschicht kannst Du zudem mit einiger Wahrscheinlichkeit Vertreter der Schwarzen Glücksspinne und der Webspinne beobachten. Und auch einige Arten der Streckerspinnen fühlen sich auf einer Streuobstwiese heimisch. Für all diese Spinnen ist die Streuobstwiese aufgrund ihres günstigen Kleinklimas ein idealer Lebensraum. Sie profitieren vom kleinräumigen Nebeneinander aus besonnten und halbschattigen, trockenen und feuchten Stellen und den verschiedenen Pflanzen und Bewüchsen.

Diese Vögel steuern eine Streuobstwiese an

Streuobstwiesen sind aufgrund ihrer Artenvielfalt und ihres Reichtums an Insekten, Reptilien und Amphibien ein Paradies für Vögel. Sie finden hier wichtige Nahrung und – dank ihres Höhlen- und Totholzreichtums und der Nistkästen, für die Du eine Nistkasten-Patenschaft übernehmen kannst – auch einen sicheren Lebensraum.

Wie dankbar Vögel Streuobstwiesen im Vergleich zu industriellen Plantagen annehmen, zeigen Studien: Auf einer industriellen Obstplantage suchen nur 22 Vögel nach Nahrung. Streuobstwiese sollen hingegen von 326 Vögeln überflogen werden, von denen 209 auf der Streuobstwiese gezielt nach Nahrung suchen. Zu den Vögeln, die Du mit großer Wahrscheinlichkeit auf einer Streuobstwiese treffen kannst, zählen – je nach Jahreszeit – der Steinkauz und der Wendehals sowie der Feldsperling, der Halsbandschnäpper, der Gartenbaumläufer und der Gartenrotschwanz.

Recht häufig kannst Du auf einer Streuobstwiese zudem den Gimpel und Ortolan, die Sumpfmeise und den Pirol beobachten. Das sind aber noch längst nicht alle Vögel, die eine Streuobstwiese anlockt. Auch der Wiedehopf, der Neuntöter, der Rotkopfwürger und diverse Spechtarten fühlen sich hier wohl. Für Ornithologen und andere Vogelfreunde kann sich der Ausflug zu einer Streuobstwiese also durchaus lohnen.

Auch viele Säugetiere sind auf Streuobstwiesen heimisch

Ähnlich wie Vögel, Amphibien und Reptilien profitieren auch Säugetiere von der „Architektur“ einer Streuobstwiese: Das dichte Unterholz sowie die brüchigen, mit Höhlen durchsetzen Altbäume bieten zahlreichen Säugetieren ideale Bedingungen für die Aufzucht ihrer Jungtiere. Zusätzlich sorgt die besondere Artenvielfalt der Tier- und Pflanzenwelt dafür, dass viele Säugetiere auf einer Streuobstwiese ausreichend Nahrung finden. Klassischer Weise fühlen sich so nicht bloß Igel, Feldmäuse und Feldhasen auf einer Streuobstwiese wohl. Hier kannst Du auch Mauswiesel, Siebenschläfer, Gartenschläfer und – natürlich nur bei Dunkelheit – Fledermäuse antreffen. Bei uns im Liebenwalder Naturgarten konnten wir sogar schon häufiger Rehe beobachten. Wir pflanzen deshalb gezielt größere Bäume und schützen sie auch davor, von Rehen „angeknabbert“ zu werden.

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