Artenvielfalt erhalten: So könnt auch Ihr helfen

Wusstet Ihr, dass weltweit 37.500 aller Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht sind? In Deutschland sieht es nicht besser aus: Allein 7.000 Tierarten und nicht weniger Pflanzen, Pilze und Flechten stehen hierzulande auf der Roten Liste. Dabei können wir viel tun, mit dem wir Artenvielfalt erhalten. In diesem Beitrag geben wir Euch ein paar Tipps und Tricks mit auf den Weg, wie auch Ihr Euren Beitrag leisten und Artenvielfalt erhalten könnt.

1.) Lebt und konsumiert bewusst

Mal ehrlich: Kein oder – realistisch betrachtet – kaum ein Mensch lebt absichtlich und bewusst so, dass er anderen Lebewesen schadet. Dass das Artensterben dennoch zu großen Teilen menschengemacht ist, hat einen simplen Grund: Wir sind uns oft nicht bewusst, welche Folgen unser Handeln hat. Wenn Ihr Artenvielfalt erhalten möchtet, müsst Ihr Euch deshalb zunächst einmal bewusst werden, welche Auswirkungen Eure Lebensweise hat und manche Entscheidungen hinterfragen. Überlegt Euch beispielsweise, ob Ihr Euch tatsächlich den dritten Fernseher ins Haus hängen möchtet und ob Ihr wirklich mitten im Winter frische Erdbeeren essen müsst. Durch einen bewussten Konsum und eine saisonale und regionale Ernährung tragt Ihr bereits sehr viel zum Umweltschutz und zum Erhalt der Artenvielfalt bei.

2.) Übernehmt Blühpatenschaften

Wie Ihr vielleicht schon wisst, möchten wir mit Klimawiese Artenvielfalt erhalten und das Klima schützen. Mit der Hilfe von Paten gestalten wir hierfür brachliegende Flächen in Streuobstwiesen um. Sie bieten 3.000 bis 5.000 verschiedenen Tier- und Pflanzenarten wichtigen Lebensraum und Nahrung. Auch Ihr könnt uns hierbei unterstützen: Übernehmt jetzt eine Blühpatenschaft. So helft Ihr uns, eine Wildwiese anzulegen und zu erhalten, die das Herzstück einer Streuobstwiese bildet. Die Wildwiese oder Krautschicht ist nämlich nicht nur der Boden, auf dem die Obstbäume und Sträucher wachsen können, sondern bietet selbst auch Tausenden Tieren und Pflanzen neben Nahrung einen wichtigen Rückzugsort. An keiner anderen Stelle ist die Natur artenreicher. Durch die Übernahme einer Blühpatenschaft helft Ihr also aktiv mit, dass Artenvielfalt erhalten wird.

3.) Lasst der Natur ihren Raum

Eine akkurat geschnittene Hecke, feiner englischer Rasen und ein sauber gepflegtes, aufgeräumtes Beet sind etwas Feines, oder? Zugegeben: Ordnung hat ihren Reiz. Gut für die Natur ist es aber nicht, wenn Ihr im Garten zu penibel seid. Versucht stattdessen lieber, Fünfe auch einmal gerade sein zu lassen, denn je weniger wir Menschen in die Natur eingreifen desto besser entwickelt sie sich. Das beginnt schon mit dem Rasen: Umherliegendes Holz und höheres Gras bieten Tieren Unterschlupf. „Unkraut“ wie Klee und Löwenzahn dient Tieren als Nahrung. Und auch mit der richtigen Gestaltung Eurer Beete könnt Ihr Artenvielfalt erhalten. Pflanzt Blumen und Sträucher wie Johannisbeere oder Stachelbeere, die zu verschiedenen Zeiten im Jahr blühen. So habt Ihr länger einen schönen Garten und bietet gleichzeitig auch Insekten über einen langen Zeitraum Nahrung. Bienen und andere Insekten nehmen dabei vor allem Blumen mit offenen Blüten wie Astern, Kornblumen, Löwenmäulchen und Wandelröschen an – vor allem, wenn sie blau oder gelb sind. Insektenfreundliche Hecken sind übrigens Roter Hartriegel, Gewöhnlicher Liguster, Gewöhnlicher Schneeball, Feld-Ahorn oder die Hainbuche.

4.) Nutzt biologische Alternativen zu chemischem Dünger

Pestizide helfen, „Unkraut“ oder „Schädlinge“ zu bekämpfen und chemischer Dünger verbringt gefühlt wahre Wunder, wenn es um das Wachstum von Pflanzen geht. Doch Chemie sollte bei Euch im Garten nichts verloren haben. Neben ein paar Vorteilen bringen chemische Helferlein nämlich auch jede Menge Nachteile mit sich: Jeder Einsatz von Chemie ist ein gewaltsamer, brutaler Eingriff ins Ökosystem. Wenn Ihr Artenvielfalt erhalten möchtet, solltet Ihr stattdessen lieber zu biologisch gut verträglichen Alternativen greifen. In diesem Blogpost zeigen wir Euch 15 Alternativen zu chemischem Dünger.

5.) Sät Wildwiese statt Rasen

Wir Deutschen mögen es, wenn es im Garten schön grün ist. Toll für die Tiere ist solch ein englischer Rasen aber nicht. Wenn Ihr Artenvielfalt erhalten möchtet, müsst Ihr auch aktiv für Artenvielfalt sorgen. Sehr gut geht das, wenn Ihr statt Rasen „Wildwiese“ oder „Blühende Wiese“ sät. Diese Samenmischung beinhaltet neben Rasen auch Wildblumen und Wildkräuter. Sie sehen nicht nur schön aus, sondern bieten Insekten auch jede Menge Nahrung. Wenn Ihr nicht Euren ganzen Rasen als Wildwiese anlegen möchtet, könnt Ihr die Wildwiese auch in einem Kübel oder einem Blumenkasten säen. Zusätzlich oder alternativ könnt Ihr natürlich auch einfach Blühpate werden und uns so helfen, eine Wildwiese anzulegen und zu erhalten.

6.) Achtet beim Einkauf auf Bio-Siegel

Auf Siegel für nachhaltig hergestellte Lebensmittel und Mode stoßt Ihr inzwischen in vielen Supermärkten und Geschäften. Die wichtigsten Siegel und wofür sie stehen, haben wir Euch in diesem Blogpost vorgestellt. Wenn Ihr Artenvielfalt erhalten möchtet, solltet Ihr Euch beim Einkauf an Siegeln für biologischen oder noch besser ökologischen Anbau orientieren. Nur dann könnt Ihr nämlich sicher sein, dass die Erzeuger auf den Einsatz chemischer Düngemittel und Pestizide verzichtet und stattdessen biologisch verträgliche Alternativen verwendet haben.

7.) Insekten helfen, Artenvielfalt erhalten

„Rettet die Bienen“ ist wohl einer der bekanntesten Sprüche rundum Artenschutz. Tatsächlich nämlich sind viele Bienen nicht nur selber vom Aussterben bedroht, sondern haben auch eine extrem wichtige Funktion für die Natur: Sie bestäuben Blumen und Pflanzen, helfen ihnen somit, sich zu vermehren, und schaffen so die Nahrungsgrundlage für unzählige weitere Tiere und Organismen. Es ist deshalb enorm wichtig, Bienen und andere Insekten vorm Aussterben zu retten. Artenvielfalt erhalten könnt Ihr, indem Ihr Insektenhotels aufhängt und auch darauf achtet, dass Insekten in der trockenen, warmen Jahreszeit Zugang zu Wasser haben. Stellt beispielsweise eine Schale mit Wasser in Euren Garten oder auf Euren Balkon und helft Bienen und anderen Insekten so zu überleben.

8.) Ernährt Euch möglichst fisch- und fleischfrei

Es ist eigentlich ganz simpel: Wenn Ihr Artenvielfalt erhalten möchtet, dürft Ihr nicht der Grund für die Tötung von Tieren sein. Das beginnt schon bei der Ernährung: Ihr müsst nicht gleich Vegetarier oder Veganer werden, aber es hilft schon, wenn Ihr weniger Fleisch oder Fisch esst. Vor allem Rindfleisch ist problematisch. Um Platz für Weideflächen und Ackerflächen für den Anbau von Futter zu schaffen, wird nämlich Regenwald im großen Stil vernichtet. Fisch und Meeresfrüchte sind deshalb problematisch, da die meisten Meere und Ozeane ohnehin schon überfischt sind. Beim Fischfang sterben zudem regelmäßig Millionen anderer Meeresbewohner als ungewollter Beifang. Wenn Ihr weniger Fleisch und Fisch esst, helft Ihr damit also auch, Artenvielfalt zu erhalten.

9.) Kauft keine Produkte mit Palmöl

Genauso wie für Rindfleisch werden auch für die Produktion von Palmöl jedes Jahr unzählige Hektar an Regenwald abgeholzt. Die Folgen für die regionale Artenvielfalt und unser globals Klima sind verheerend. Ihr solltet deshalb bewusst prüfen, ob Eure Lebensmittel, Eure Pflegeprodukte oder Alltagsgegenstände wie Kerzen Palmöl beinhalten. Falls ja, solltet Ihr auf andere Produkte umsteigen. Nur so verhindert Ihr, dass euretwegen für den Bau von Palmölfarmen wichtiger Lebensraum zerstört wird.

10.) Dämmt die Lichtverschmutzung ein

„You can’t see the stars in the city“ ist ein Satz aus einem der ersten Bücher, mit denen wir als Schüler Englisch gelernt haben. Was irgendwie poetisch klingt, hat einen traurigen Hintergrund: Durch elektrisches Licht verschmutzen wir Menschen den Nachthimmel. Die Folgen für Insekten sind groß: Sie werden vom elektrischen licht angezogen und verglühen entweder an der Lampe oder sterben an Erschöpfung, weil sie das Licht zu lange umkreisen. Ihr solltet Eure Gärten deshalb möglichst nicht oder allenfalls sparsam beleuchten. Wenn Ihr überhaupt nicht auf Licht verzichten könnt, solltet Ihr warmweiße LED-Lampen nutzen. Ihnen fallen weniger Insekten zum Opfer.

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